Mehr Transparenz für Baukredite
Die neue Richtlinie der EU-Kommission für Baukredite soll für Kreditgeber und Kreditnehmer mehr Transparenz garantieren. Doch die Finanzwirtschaft und die Verbraucherschützer kritisieren die neue Richtlinie stark.
Damit Bauherren in Zukunft die Finanzierungsmöglichkeiten der zahlreichen Immobilienbanken vergleichen können, möchte die EU-Kommission nun aus Brüssel eine europaweit gültige Richtlinie durchsetzen. Diese „verantwortungsvolle Baukreditvergabe“ könnte jedoch schwierig durchzusetzen sein und schon jetzt kritisieren nicht nur die Bankenverbände die Idee, sondern auch die freie Finanzwirtschaft. Die größte Kritik besteht vor allem darin, dass die Kosten für die Vergabe von Baudarlehen ansteigen würde, was sich schlussendlich in den Zinsen für die Kunden niederschlägt.
Ein ganz anderer Wind kommt dagegen von den Verbraucherschützern, denn denen geht die neue Regelung noch gar nicht weit genug. Dabei geht es bei der Kritik der Verbraucherschützer darum, dass die Höhe der sogenannten Vorfälligkeitsentschädigungen (vorzeitige Rückzahlung eines Kredits) nicht begrenzt wird.
“Ehrlich, fair und professionell im besten Interesse ihrer Kunden”, so sieht die Kreditvergabe nach den Wünschen der EU-Kommission aus. Des Weiteren sollen die Angebote in Zukunft auf einem Standardformular bereitgestellt werden, damit diese besser mit den alternativen Banken verglichen werden könnten. Außerdem soll in Zukunft ein Kredit frühestens 10 Tage nach der Übergabe der Kreditinformation abgeschlossen werden können, damit in Zukunft das unter Druck setzen durch die Banken nicht mehr stattfinden kann. Natürlich sollen europaweit auch alle Banken nicht mehr den Zins angeben, sondern den Effektivzins (Zins + Zinseszins). “Die Maßnahmen sollen Verbrauchern helfen, Angebote am Markt genau vergleichen zu können”, heißt es in dem Entwurf für die Richtlinie von der EU-Kommission.
Selbstverständlich unterstützen die Verbraucherschützer den Vorschlag, dass ein Kredit frühestens 10 Tage nach dem Angebot abgeschlossen werden kann. “Für Käufer von Eigenheimen und Eigentumswohnungen ist es bisher mitunter schwierig, Finanzierungsangebote zu vergleichen”, sagt Nils Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. “Zwar müssen Banken in Deutschland den Effektivzins ausweisen, Bausparkassen bei Kombidarlehen hingegen nicht.”. Es ist inzwischen nicht mehr möglich, bei der Vielzahl an Finanzierungsmöglichkeiten, eine Immobilie ohne Expertenrat zu kaufen, da man die tatsächlichen Kosten bei einem Kreditvertrag inzwischen nicht mehr miteinander vergleichen kann.
